Auch heuer wieder ist IBFT auf der Ferienmesse in Wien von 15.1.-18.1.2009 vertreten um das Konzept und die Ideen des Barrierefreien Tourismus für Alle einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Besuchen Sie uns auf unserem Stand in der Halle B, B0714
ÖFFNUNGSZEITEN:
Donnerstag 15. Jänner, 10-19 Uhr
Freitag - Sonntag 16.-18. Jänner, 10-18 Uhr
Anmeldung und weitere Informationen: www.hilfsgemeinschaft.at
Verena Neumann, Tel. 01/330 35 45 - 85, E-Mail:neumann@hilfsgemeinschaft.at
http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090123_OTS0225&ch=panorama
Nach langer Pause wurde die Broschüre "FreiZeit ohne Barrieren" überarbeitet und aktualisiert. Sie enthält eine Reihe wichtiger Informationen v.a. für RollstuhlfahrerInnen über barrierefrie Quartiere, Lokalitäten, Parkplätze u.s.w. Die Broschüre ist gegen einen Betrag von 10 € (Unkostenbeitrag + Versand) bei der Selbstbestimmt-Leben-Initiative Linz zu erhalten.
Manuela Mauthner
Bethlehemstraße 3/2, 4020 Linz
Telefon: (0732) 89 00 46-10
Fax: 89 00 46-99
E-Mail: sli-ooe_mauthner@gmx.at
Die Broschüre ist in Zusammenarbeit mit der Bundessparte für Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich entstanden und im Rahmen des Workshops "Barrierefreies Reisen für Alle - Eine Chance für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft" am 22. Jänner 2009 präsentiert worden.
Nähere Infos unter:
http://www.bmwfj.gv.at/BMWA/Downloads/Publikationen/Tourismus/tourismus_fuer_alle.htm
Für Rückfragen erreichen Sie die Uni Trier unter umfrage@osm.uni-trier.de
oder telefonisch unter +49 (0) 651 201 - 2676.
Ab heute läuft der "Call for Papers and Workshop Proposal" für den ENAT-Kongress "Trends and Prospects for Accessible Tourism for All"
Nähere Infos auf der Seite von ENAT (European Network for Accessible Tourism)
Ab heute sind Anmeldungen zum 2. Internationalen ENAT-Kongress der am 30.9. und 1.10.2009 in Wien, im Austria Center stattfindet, möglich.
Kongresssprache ist Englisch, im Plenum wird simultan ins Deutsche übersetzt.
Nähere Infos unter www.enatcongress2009.info
Unser Partner BTI (Barrierefreier Tourismus Info Deutschland) sendet uns folgende Meldung:
Die Koalitionsfraktionen haben einen Antrag im Deutschen Bundestag eingebracht mit dem Ziel, die barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Infrastruktur verstärkt zu fördern und Anbieter von Verkehrsdienstleistungen auf eine noch bessere barrierefreie Zugänglichkeit der Verkehrsmittel und Einrichtungen hinzuweisen. Barrierefreiheit soll zu einem Qualitätsmerkmal des Deutschlandtourismus werden.
weitere Infos :
Die offizielle Tourismus-Website für Deutschland hat eine neue (Unter-)Seite zum Thema barrierefreies Reisen in Deutschland veröffentlicht. Die Seite ist sowohl in Deutsch als auch in Englisch verfügbar.
(Info von BTI-Barrierefreier Tourismus Info Deutschland)
Der 2.Regionalworkshop über Barrierefreiheit im Tourismus findet am 23.und24.April 2009 in NOvis Sad/Serbien statt. Tagungssprachen sind Englisch und Serbisch, es wird simultan in diesen beiden Sprachen gedolmetscht.
Nähere Infoemationen: http://www.czuns.org/en/touristsandtourism.php
Es ist eine Gebärdensprachdolmentscherin anwesend. Eintritt und Führung für gehörlose Menschen FREI!
Infos zur Ausstellung SENSAI
Ab heute gibt es den Ergebnisbericht der Online-Umfrage "Reisepläne und Aktivitäten für einen Urlaub ohne Barrieren" , die von BTI BTI (Barrierefreier Tourismus Info, Deutschland) und IBFT gemeinsam durchgeführt worden ist, zum Downloaden bzw zur Ansicht.
Berichts als barrierefreie HTML-Version
„Barrierefreies SalzburgerLand" - Informationsveranstaltung von Touristikern für Touristiker über die steigende Bedeutung des barrierefreien Tourismus. In Rahmen der interaktiven Veranstaltung wird die gleichnamige Zertifizierungs und Vermarktungsinitiative der SalzburgerLand Tourismusgesellschaft vorgestellt. Ferner wird gezeigt, was Salzburger Unterkunftsbetriebe im wirtschaftlich immer wichtiger werdenden Feld des barrierefreien Tourismus tun können. Die TouristikerInnen lernen, wie Sie Ihr Tourismusangebot zukunftsfit halten und von diesem ungenutzten Potential wirtschaftlich profitieren können. Ausreichende Diskussionsmöglichkeiten und ein Catering der Salzburger Tourismusschulen Klessheim runden diese kostenlose Veranstaltung ab.
Anmeldung erbeten bis 25. Mai 2009 bei:
SalzburgerLand Tourismus, Frau Ute Giacomozzi
Tel: +43.662.6688-341
E-Mail: u.giacomozzi@salzburgerland.com
Seit Jahren organisiert der BSK (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V) Schulungen für ReiseassistentInnen. Nun hat die EU diese Schulung als förderungswürdig nominiert. Daher können an diesem Workshop auch 2 - 3 Teilnehmenden aus EU-Ländern teilnehmen. Die Teilnahme für Personen, die nicht aus Deutschland kommen ist kostenfrei (auch die Fahrtkosten werden übernommen!).
Zeit: 16.-22.11.2009
Ort: 74238 Krautheim (Deutschland)
Um Anmeldung wird telefonisch unter 01/71100-5597 oder per
E-Mail unter barrierefreiesreisen@bmwfj.gv.at bis 8.6.2009
gebeten.
Programm zum Downloaden (8 MB)
Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH: Die Broschüre „Sachsen barrierefrei 2009/2010" kann bei der TMGS telefonisch unter +49 (0) 351-49170-0, per E-Mail an info@sachsen-tourismus.de und im Internet unter www.sachsen-tourismus.de bestellt werden und wird kostenfrei verschickt.
Kontakt: Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH, Bautzner Str. 45-47, D-01099 Dresden, Tel.: +49 (0) 351-491700, Fax: +49 (0) 351-4969306, info@sachsen-tour.de , www.sachsen-tourismus.de
Die dritte, überarbeitete Version des BIZEPS-Lokalführers für Wien ist erschienen. Dieser kann auch Broschüre bestellt werden:
BIZEPS, Kaiserstraße 55/3/4a, 1070 Wien, Telefon: 01 / 523 89 21, Fax: 01 / 523 89 21 20,
e-Mail: bestellung@bizeps.or.at
Der Österreichische Fußballbund bietet blinden und sehbehinderten Fans Tickets für Plätze mit Audiokommentar an (€ 10 inkl. Begleitperson). Die Tickets können Sie per Mail über die Plattform football 4 all beziehen: info@football4all.eu . Ein offiziell akkreditierter Mitarbeiter der Plattform football 4 all wird im Stadion als Ansprechpartner zur Verfügung stehen!
Alle Infos zu Ticketing, Audiokommentar und Equipment finden Sie unter www.football4all.eu.
Euer football 4 all -Team
Aussendung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Jugend und Familie:
Die Unterlagen zum Workshop stehen auf der Homepage des BMWFJ unter folgendem Link:
http://www.bmwfj.gv.at/BMWA/Schwerpunkte/Tourismus/Veranstaltungen/ws_barrierefreiheit.htm
sowie auf der Homepage der Wirtschaftskammer Österreich unter
www.dertourismus.at zur Verfügung.
Am 5. November 2009 ist der Folge-Workshop, diesmal wieder in den Räumlichkeiten des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend, geplant. Es gibt noch einiges zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft zu tun.
Der Eintritt ist für blinde und sehbehinderte Personen gratis. Blinde Besucher dürfen eine Begleitperson kostenlos mitnehmen. Für die Führung ist pro Person € 2,- zu bezahlen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt: Eingangshalle des Museums
Naturhistorisches Museum
1010 Wien, Burgring 7
Tel. 01/521 77-335
www.nhm-wien.ac.at
(Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen)
Jeweils Donnerstag um 17.00 Uhr: 21. Mai, 25. Juni, 16. Juli, 20.August, 24. September 2009
Führung € 4,- (zuzügl. Eintritt € 2,-)
Dauer: 1 Stunde
Anmeldung unbedingt erforderlich!
Information und Anmeldung:
Belvedere Kunstvermittlung/Besucherservice
Tel. 01/795 57 - 134, E-Mail: public@belvedere.at
Am 26.9.2009, 13:00, findet eine Führung für gehörlose Menschen in der residenzgalerie Salzburg durch die Ausstellung "Badeszenen - Ritual, Entrüstung und Verführung" statt.
E-Mail: office@residenzgalerie.at
„Steiermark für alle" ist eine Initiative von Steiermark Tourismus, in der sich Betriebe von unabhängigen Expertinnen und Experten analysieren und beraten lassen. Die positiv gecheckten Freizeittipps finden sich auch auf www.steiermark.com/fuer-alle Rund 30 Freizeittipps - von Museum bis Kunsthaus sind nun auch auf IBFT eingetragen - Unser besonderer Dank für diese Mühe gilt dabei Frau Krauland von atempo .
Am 8. Oktober 2009 findet im Stadthaus Klagenfurt eine Internationale Tagung zum Thema "Barrierefreiheit im Tourismus - Erfolgsmodell der Zukunft" statt. Es werden namhafte Referenten aus Deutschland, Italien und Österreich Vorträge halten.
Weitere Details zum Programm und Ablauf finden Sie auf den Websiten
http://www.tourism4all.org und
http://tourismus.gleichstellungsbeirat.net .
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Mag. Georg Unterrainer unter der
Telefonnummer +43(0)664 433 46 36.
Per Email an de Gleichstellungsbeirat Klagenfurt
tourismus@gleichstellungsbeirat.net
oder tourism4all
office@tourism4all.org
Seit 1.September finden sich auf allen Webseiten der Scandic Hotelkette rund 80 verschiedene Angaben zur Zugängigkeit für Menschen mit Mobilitätsproblemen. Leider bisher nur auf der englischsprachigen Version.
Hier die Pressemitteilung (in englischer Sprache)
Die Universität Surrey in England macht eine europaweite Umfrage (allerdings in Englischer Sprache) über die Informationserwartungen in Bezug auf Barrierefeiheit von Angeboten im Internet. Sie benötigt dringend noch weitere RespondentInnen!!!
Der Fragebogen selbst nicht zu umfangreich - vielleicht gibt's unter den IBFT-Usern Leute, die sich daran beteiligen möchten.. Hier ist der Link zum Fragebogen
www50plus.at hat eine eigene Informationsseite für barrierefreies Reisen eingerichtet:
http://www.50plus.at/reisen/barrierefrei-reisen.htm
Ab heute gibt es auch Tagestickets zum Preis von 70 Euro für den ENAT-Kongress.
Registrierung unter http://www.enatcongress.info
(Diesen Artikel als .PDF-Datei downloaden)
Experten aus 24 Ländern diskutierten Ende September in Wien beim zweiten internationalen ENAT (European Network für Accessible Tourism) Kongress über Trends und Perspektiven im barrierefreien Tourismus. In zahlreichen Präsentationen, Workshops und Round-Table-Gesprächen wurde den Teilnehmern ein wahres Feuerwerk an innovativen Projekten, Best-Practice-Beispielen sowie praxisorientierten Lösungsansätzen und Strategien serviert.
Staatssekretärin Christine Marek begrüßte die zahlreichen Gäste, die aus allen Erdteilen nach Wien gekommen waren, im Namen des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend, das die Veranstaltung maßgeblich unterstützte. Ehrengast war Mohammed Al-Tarawneh, Mitglied des Komitees der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Die UN-Konvention sichert rund 650 Millionen Menschen mit Behinderungen weltweit den gleichberechtigten Zugang zu ihren Grundrechten. 143 Länder haben die Konvention bereits unterzeichnet, 70 davon ratifiziert, darunter auch Österreich. Mohammed Al-Tarawneh wies besonders auf Artikel 30 hin, der die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am kulturellen Leben, an Freizeit und Sport vorsieht. „Wir wünschen uns, dass noch mehr EU-Staaten den Vertrag ratifizieren", sagte Al-Tarawneh im Plenum.
Betty Dion, Präsidentin von GAATES - Global Alliance on Accessible Technologies and Environments ( www.GAATES.org ), vermerkte positiv, dass nach dem In-KraftTreten der UN-Konvention am 3. Mai 2008 viele Länder begonnen haben, ihre nationalen Entwicklungspläne für den Tourismus in Hinblick auf Barrierefreiheit zu adaptieren.
Trends und Perspektiven
In Europa wird das Marktpotenzial auf 134 Millionen Menschen mit Behinderungen geschätzt, die auf Reisen mehr als 80 Milliarden Euro auszugeben bereit wären. Prognosen zur demografischen Entwicklung im EU-Raum zeigen bis 2030 ein Wachstum der Generation 60plus, das deutlich über 30 Prozent liegt. Dieser Wandel wird nach Einschätzung der Experten ebenfalls als starker Motor für barrierefreie Tourismusangebote fungieren.
Markus Lassnig von Salzburg Research nimmt an, dass barrierefreier Tourismus - jetzt vielerorts noch als Marktnische wahrgenommen - ab 2026 überall als Standard etabliert sein wird, „weil der Megatrend zu mehr Komfort die Umsetzung eines barrierefreien Tourismus für alle unterstützt". Eine Marktnische wird allerdings weiter bestehen: Urlaubsangebote für schwer und mehrfach behinderte Gäste erfordern nicht nur entsprechende Investitionen, sondern auch ein hohes Maß an Service, Engagement und Wissen im Dienstleistungsbereich.
Dimitrios Buhalis von der Bournemouth University (UK) warnt davor, perfekte Lösungen für alle Behinderungsarten einzufordern, weil es schon jetzt verschiedene Levels hinsichtlich der Zugänglichkeit (Accessibility) gibt: „Die Tourismusindustrie unterliegt wirtschaftlichen Beschränkungen und es mangelt am Wissen im richtigen Umgang mit Gästen mit Behinderungen." Buhalis möchte lieber von Minimalanforderungen sprechen, weil sie seines Erachtens realistischer wären. Amerikanische Reisende mit Behinderungen wären bereit jährlich 13,6 Milliarden Dollar für barrierefreie Reiseangebote auszugeben, schätzt Buhalis.
Der deutsche Tourismusexperte Peter Neumann präsentierte aus seiner aktuellen Studie sieben Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Implementierung eines barrierefreien Angebots. „Barrierefreier Tourismus muss sexy werden", forderte Neumann provokant. „Attraktivität für alle ist das Ziel! Es gilt, barrierefrei zugängliche und erlebbare Produkte und Angebote im Sinne eines ‚Designs für Alle' zu entwickeln und damit einen wesentlichen Beitrag zu mehr Qualität im Tourismus für alle zu leisten." Neumann sprach auch das weltweite Problem der „Insellösungen" an. Solche Initiativen, von denen es auf nationaler Ebene inzwischen schon sehr viele gibt, setzen wichtige Impulse im barrierefreien Tourismus. Sie sind in der Regel nicht mit anderen Anbietern vernetzt, was ausschlaggebend für ihren nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg wäre. Die regionale bzw. nationale Vernetzung mit anderen barrierefreien Destinationen ist laut Neumann ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Um für alle Gäste zugänglich und nutzbar zu werden, sind einzelne lokale Angebote darüber hinaus von der Unterstützung privater und öffentlicher Personentransportunternehmen abhängig.
Best-Practice-Beispiele
Zum Thema öffentlicher Verkehr erntete Roland Krpata von den Wiener Linien mit seiner Präsentation viel Lob und Anerkennung. Die barrierefreien U-Bahnstationen und die Projekte zur Förderung der Mobilität von Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Raum stießen beim internationalen Publikum auf großes Interesse. „Wir haben im mittleren Osten die gleichen Probleme wie ihr in Europa", warf ein Teilnehmer aus dem Königreich Saudi Arabien in die Diskussion ein. Dort sind während der „Hadjj" alljährlich drei bis vier Millionen Pilger zwischen den heiligen Stätten Mekkah und Al Madinah unterwegs, 20 Prozent dieser Menschen weisen Behinderungen auf. Die damit verbundenen logistischen Herausforderungen sind beträchtlich. Bei dieser und ähnlichen Diskussionen wurde das große Bedürfnis nach Zusammenarbeit und Austausch bei den Gästen aus allen Ländern deutlich. Diese Möglichkeit wurde beim ENAT-Kongress ausgiebig genutzt, der Veranstalter und das IBFT-Organisationsteam wurden mit vielen Lobes- und Dankesworten bedacht.
Viel Anerkennung heimsten auch die Präsentationen über barrierefreie Destinationen und Tourismusprojekte aus verschiedenen EU-Ländern wie Deutschland, Spanien, Portugal, Italien, Ungarn und Tschechien ein. Vor allem Osteuropa setzt bei neuen Projekten mit Erfolg auf barrierefreien Tourismus und investiert in Ausbildungs-, Standardisierungs- und Zertifizierungsmaßnahmen.
Mieke Broeders, nationale ENAT-Koordinatorin für Flandern (Belgien), berichtet, dass in ihrer Heimat jedes Ministerium über einen Aktionsplan verfügt, der die EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung und Chancengleichheit umsetzt. Sie vermisst allerdings die Definition von klaren Zielen, an denen Fortschritte gemessen werden könnten. Broeders fordert eine professionelle Betreuung der Tourismusindustrie durch Experten: „Broschüren verbreiten ist zu wenig", resümierte sie.
Erfreuliches kam auch aus den skandinavischen Ländern: In Norwegen ist barrierefreier Tourismus bereits als fixe Größe im Angebot etabliert. Dort hat man schon vor 15 Jahren begonnen die Idee eines „Universal Design for All" zu realisieren und in sämtliche gesetzliche Bestimmungen zu integrieren.
Dass Barrierefreiheit nicht nur ein Thema für einzelne Anbieter oder Regionen sondern auch für eine renommierte Hotelkette ist, beweist Scandic Hotels. Dort beschäftigt man sich seit sechs Jahren sehr intensiv mit der Thematik. „Wir haben eigene Normen dafür entwickelt und sprechen generell von Gästen, nicht von Menschen mit Behinderung", erzählte Magnus Berglund, der als „Disability Coordinator" bei Scandic auch für die Schulung des Personals zuständig ist. Scandic ist in zehn Ländern mit 140 Hotels vertreten, Barrierefreiheit ist fester Bestandteil des Angebots: „Everyone is welcome at Scandic" lautet der Titel des Folders für Gäste mit besonderen Bedürfnissen.
Ängste und Vorurteile
Berglund weiß natürlich um die häufigsten Vorurteile und Ängste der Touristiker, die da lauten: Gewinnmaximierung lässt sich nur mit kleineren Einheiten erzielen, behinderte Gäste vertreiben die „normalen" Gäste, Barrierefreiheit kostet zu viel Geld, usw. „Der Platzverlust durch größere Zimmer bzw. Bäder wird relativiert, wenn man von einer maximalen Auslastung von 83 Prozent ausgeht. Niemand hat ständig 100 Prozent Auslastung", argumentiert Berglund. Darüber hinaus sind die Mehrkosten für barrierefreie Neubauten durchaus finanzierbar. Wenn die in den österreichischen Normen enthaltenen Planungsanforderungen bereits während der Projektierungs- und Planungsphase berücksichtigt werden, ist mit Mehrkosten von 0,15 bis maximal 3 Prozent der gesamten Baukosten zu rechnen. Dass Hochpreiskategorien eher barrierefrei sind als Billigangebote liegt auf der Hand.
In angeregten Diskussionen wurden ausführlich die Spannungsfelder zwischen wirtschaftlichen Überlegungen und dem Recht aller Menschen auf Chancengleichheit beleuchtet. Letztlich wurde ein Konnex zwischen Barrierefreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung hergestellt, die auch von der Tourismuswirtschaft wahrgenommen werden muss. Barrierefreier Tourismus ist Marktchance und gesellschaftliche Verantwortung zugleich, darin waren sich die Kongressteilnehmer einig. Einigkeit herrschte auch darüber, dass Investitionen nur dann sinnvoll und vor allem nachhaltig sein können, wenn bereits vorhandene Expertise genutzt und das Personal entsprechend geschult und motiviert wird. Barrierefreiheit muss überzeugend gelebt werden, es darf nicht nur ein Verkaufsargument sein. „Tourismus ist Emotion! Unser Ziel ist es, den Gästen unvergessliche Erlebnisse zu verschaffen", appellierte Anja Lenz von der Agentur Grenzenlos barrierefrei Reisen ( www.barrierefrei-reisen.at ).
Probleme und Lösungen
„Wie unterstützen und motivieren wir interessierte Anbieter?", lautete eine der Fragen im abschließenden Round-Table-Gespräch. Im Bereich Kommunikation könnte ein positives Wording negative Assoziationen verhindern: „Sprechen wir doch von ‚accessible' statt barrierefrei, von ‚Design for all' statt behindertengerecht", lauteten einige Vorschläge. „Design for all" verbindet Funktionalität mit Ästhetik und widerlegt das Vorurteil, barrierefreie Lösungen seien grundsätzlich unattraktiv und somit unzumutbar für „normale" Gäste. Die Industrie ist sehr an „Design for all" interessiert, weil sich mit kreativen Lösungen neue Produktgruppen und Märkte in den Bereichen Bauen, Wohnen und Einrichten erschließen lassen.
Dem gegenüber stehen allerdings noch enorme Defizite bei der Aus- und Weiterbildung von Planern, Architekten und Professionisten. Architektin Monika Klenovec unterrichtet an der TU Wien und setzt sich für die verbindliche Verankerung des Themas Barrierefreiheit in die Studienpläne für Architektur ein. Ihre Idee, einen „Award" für Best-Practice-Beispiele und barrierefreie Gebäude einzurichten, wurde äußerst positiv aufgenommen.
Von den Experten der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, die gemeinsam mit der Tourismusakademie Brandenburg einen Workshop zum Thema berufliche Ausbildung und Training abhielten, kam ein anderer Vorschlag. Sie regten eine Kooperation zwischen ENAT und EDF (European Disability Forum) an zur Erarbeitung einer Direktive über einen verbindlichen Ausbildungs- bzw. Studienplan zum barrierefreien Tourismus, der auf EU-Ebene in alle Ausbildungssysteme integriert werden soll.
Ein weiteres globales Problem von großer Brisanz sind die vielen Logos und Labels, mit denen sich barrierefreie Destinationen inzwischen schmücken. Ihnen fehlt es nicht nur an Transparenz, sie sind darüber hinaus auch uneinheitlich und somit als Bewertungssystem für den Gast unbrauchbar. GAATES-Präsidentin Betty Dion schlug vor, gemeinsam mit ENAT die Herausforderung eines global gültigen Systems anzunehmen.
Zum Abschluss des zweitägigen Kongresses bestätigte ENAT-Präsidentin Lilian Müller formell die Zusammenarbeit der beiden Organisationen, die man bereits Anfang September beschlossen hatte. Gemeinsam wollen GAATES und ENAT die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sowie älteren Personen verbessern, indem sie eine für alle zugängliche Gesellschaft schaffen.
Theorie und Praxis
Dank der hervorragenden Organisation durch die Infoplattform Barrierefreier Tourismus in Österreich (IBFT) gelang eine perfekt dosierte „Wiener Melange" aus Theorie und Praxis. Die Teilnehmer des zweiten internationalen ENAT-Kongresses konnten nicht nur viele Ideen, Anregungen, Perspektiven und neue Kontakte mit nach Hause nehmen, sie bekamen auch noch die Möglichkeit, im Rahmen von Exkursionen Barrierefreiheit in der Praxis zu erleben. Die ÖBB luden zur Besichtigung des neuen Railjet am Wiener Westbahnhof ein und die Postbus AG stellte einen barrierefrei zugänglichen Bus mit einer ausfahrbaren Hebebühne für die Fahrt zur Verfügung. Bei den Wiener Linien ( www.wienerlinien.at ) konnten neue barrierefreien U-Bahnstationen besichtigt werden. Außerdem wurde POPTIS (Pre-On-Post-Trip-Informations-System) vorgestellt, ein akustisches Orientierungssystem für blinde und sehbehinderte Menschen für die Wiener U-Bahn. Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs lud Interessierte zur Besichtigung ihres barrierefreien Beratungszentrums in die Brigittenau ein.
Unterstützt wurde der zweite internationale ENAT-Kongress vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, von WienTourismus, der Stadt Wien, der TourismusBank, von der Wirtschaftskammer Österreich und der Wirtschaftskammer Wien, den Österreichischen Bundesbahnen, Siemens, der Oesterreichischen Nationalbank, Austrian Airlines, Hotel ibis, JVC, Proworker, ÖAR - Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, ÖHTB - Österreichisches Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte, und der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.
Weiterführende Infos gibt es unter www.accessibletourism.org (ENAT - European Network for Accessible Tourism) sowie unter www.ibft.at (Infoplattform Barrierefreier Tourismus in Österreich).
Links zu Projekten/Destinationen:
www.barrierefrei-brandenburg.de
www.viajes2000accesibles.es, www.viajes2000.com
Rückfragehinweis:
Mag. Dr. Gabriele Frisch
Tel.: +43-1-330 35 45-81, E-Mail: frisch@hilfsgemeinschaft.at
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
Wien, 6. Oktober 2009
Informationen der Scandic Hotelgruppe , die sich mit viel Engagement der Barrierefreiheit verschrieben hat (in Englischer Sprache)
Die Broschüre hat 5,5 MB - ist aber sehenswert ...
YouTube Video von Dirk Janczewski: Ein gutes Stimmungsbild mit Interviews vom ENAT-Kongress. Kommentar in Deutsch, Interviews teilweise auf Englisch.
Zum zweiten Mal findet in Belgrad im Hotel Zira eine internationale Konferenz zum Thema Barrierefreier Tourismus statt:
2nd CONFERENCE ON ACCESSIBLE TOURISM - "TOURISM FOR ALL"
Belgrade, 26-27 November 2009
Tagungssprachen: Englisch und Serbisch
Themenschwerpunkte sind unter anderem:
training and education,
standards,
economy crisis and
examples of good practice in tourism industry.
Von 19. bis 20. November 2009 findet in Lousã (Portugal) eine internationale Konferenz zum Thema "Needs of Accessibility and Design for All in Tourism for All" statt. Anmeldung und Programm .
Das ausgefüllte Formblatt bitte bis 10.11.09 an die Konferenz-Emailadresse senden: tourismforall@gmail.com
Tourismus für Alle - Barrierefreier Urlaub in Schleswig-Holstein
Montag, 30. November 2009, 15:00 Uhr
IHK Flensburg, Saal Sylt/Föhr, Heinrichstraße 28-34, 24937 Flensburg
Ansprechpartner:
Dirk Nicolaisen
Telefon: 0461 806-451
Telefax: 0461 806-9451
E-Mail: nicolaisen@flensburg.ihk.de
ReferentInnen sind u.a. Dr.Peter Neumann, Doreen Heinze, Dr. Jürgen Trinkus
Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend und die Bundessparte für Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich veranstalten am 27. November 2009
den 3. Workshop "Barrierefreies Reisen für Alle - Eine Chance für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft"
Ort: Wirtschaftskammer Österreich
1045 Wien, Wiedner Hauptstraße 63
Zwischengeschoss, Rudolf Sallinger Saal
Um Anmeldung bis spätestens 25.11.2009 wird gebeten:
telefonisch: 01/71100-5597
E-Mail: barrierfreiesreisen@bmwfj.gv.at
Barrierefreiheit ist ein zentrales Element von qualitativ hochwertigem, nachhaltigem Tourismus.
Daher setzt design for all ein Zeichen und veranstaltet einen Schwerpunkttag Tourismus am Mittwoch, 27.1.2010.
Nähere Infos: http://www.designforall.at/
Auf dem 2.Internationalen Kongress zum Thema Barrierefreier Tourismus in Belgrad (26./27.11.09) wurde über das Projekt berichtet - im Kölner Stadtanzeiger hat es dazu einen deutschsprachigen Artikel gegeben:
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